Überraschende Zuschläge für zwei Energiegenossenschaften in dritter PV-Ausschreibungsrunde


Am 11. Dezember 2015 hat die Bundesnetzagentur die 43 bezuschlagten Gebote der dritten Ausschreibungsrunde für Photovoltaik-Freiflächen (PV-FFA) bekanntgegeben. Unter den bezuschlagten Unternehmen finden sich auch zwei Energiegenossenschaften. Die Runde ist aber noch nicht endgültig abgeschlossen, weil noch ein mögliches Nachrückverfahren abgewartet werden muss.

In der dritten Runde wurden 200 MW ausgeschrieben. Dabei kam das Einheitspreisverfahren („uniform pricing“) zur Anwendung. In diesem Verfahren bekommen alle gewonnenen Gebote den Zuschlagswert des höchsten in diesem Gebotstermin bezuschlagten Gebots.

Die Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften ist erfreut über die zwei Zuschläge für Energiegenossenschaften. Aus diesem Ergebnis kann jedoch nicht automatisch geschlussfolgert werden, dass Energiegenossenschaften auch bei zukünftigen Runden wieder Zuschläge erhalten. Zum einen wurden in dieser Runde 50 MW zusätzlich ausgeschrieben, damit war auch die Zuschlagswahrscheinlichkeit höher. In 2016 sollen zwei Mal nur 125 MW und in der Dezemberrunde 150 MW ausgeschrieben werden. Zum anderen wurden beide bezuschlagten Genossenschaftsprojekte bereits unter EEG-Vergütungsbedingungen begonnen, konnten aber nicht mehr rechtzeitig mit EEG-Vergütung umgesetzt werden. Damit die Projektierungskosten nicht verloren sind, mussten die Projekte im Rahmen der Ausschreibungen geboten werden.

Nach Rückmeldungen aus der genossenschaftlichen Praxis geht die Bundesgeschäftsstelle auch weiterhin davon aus, dass Energiegenossenschaften aufgrund der Unsicherheit einer Zuschlagserteilung auch zukünftig davon absehen werden, neue PV-FFA-Projekte anzugehen.

Aus den zwei Zuschlägen im Rahmen der der dritten Ausschreibungsrunde für PV-FFA können ferner keine Rückschlüsse für die Zuschlagswahrscheinlichkeit von Energiegenossenschaften im Rahmen von Windausschreibungen gezogen werden. Die Projektierungskosten für eine Windenergieanlage (WEA) sind 6 bis 10 Mal höher als für eine PV-Freiflächenanlage. Der Zuschlag im Rahmen einer Ausschreibung ist höchst unsicher und bedingt hinsichtlich der investierten Projektierungskosten von 200 bis 300 TEUR pro WEA einen drohenden Totalverlust. Im Ergebnis wird das Energiegenossenschaften auch weiterhin davon abhalten, Windenergieprojekte zu planen.

Daher muss im Rahmen der kommenden EEG 2016 Novelle nachgebessert werden. Konkrete Vorschläge hierzu hat die Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften für die Photovoltaikfreiflächen- und Windausschreibungen vorgelegt. Diese Akteursvielfaltsmodelle würden sicherstellen, dass auch kleine Marktakteure wie Energiegenossenschaften im Rahmen von Ausschreibungen Zuschläge erhalten und nicht von der Energiewende ausgeschlossen werden.

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