Gründungszahlen auf Vorjahresniveau - Neue Wohnformen im Trend

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind bundesweit 65 Genossenschaften gegründet worden. Die Gründungszahlen bewegen sich damit in etwa auf dem Vorjahresniveau. Im Jahr 2014 wurden insgesamt 126 Gründungen verzeichnet.

Negativtrend bei Energiegenossenschaften
Die meisten Gründungen finden nach wie vor im Bereich der erneuerbaren Energien statt (23 Gründungen). Allerdings setzt sich der bereits seit dem Jahr 2012 abzeichnende Negativtrend auch im Jahr 2015 fort. Im Spitzenjahr 2011 haben 167 Energiegenossenschaften den Geschäftsbetrieb aufgenommen, im Jahr 2014 gab es nur noch 54 Neueintragungen. Neben den gesetzlichen Rahmenbedingungen (EEG, Kapitalmarktregulierung) tritt auch ein Sättigungseffekt ein: In vielen Regionen gibt es eben schon Bürgerenergiegenossenschaften. Vor allem der Bereich Windenergie und die Wärmeversorgung bieten noch großes Potenzial für neue Genossenschaften.

Weitere Gründungsschwerpunkte
Weitere Gründungsschwerpunkte im 1. Halbjahr 2015 waren die Bereiche Einkauf und Dienstleistungen, Regionalentwicklung und Touristik sowie gemeinschaftliche Wohnformen. Selbständige oder Unternehmen schließen sich zusammen, um gemeinsam am Markt erfolgreich zu sein. Neben günstigen Einkaufskonditionen werden die Kompetenzen gebündelt oder auch eine gemeinsame Vermarktungsplattform betrieben. Im Bereich der regionalen Entwicklung kooperieren Unternehmen, kommunale Einrichtungen und Bürger, um ihren Standort gemeinsam weiterzuentwickeln. Immer öfter wird dies auch mit Blick auf die Tourismusförderung initiiert.

Gemeinschaftliche Wohnformen im Trend
Neue Wohnformen liegen schon seit einigen Jahren im Trend. Die Initiatoren suchen insbesondere für das letzte Lebensdrittel nach einer Möglichkeit, selbstbestimmt und individuell, aber dennoch in der Gesellschaft mit anderen Menschen zu wohnen. Es gibt Wohnprojekte für Senioren- und für Mehrgenerationengruppen, für gesunde genauso wie für pflegebedürftige oder behinderte Menschen, für Frauen, Familien, Singles und Alleinerziehende. Neben der eigenen Wohnung werden oft auch vielfältige Gemeinschaftseinrichtungen bereitgestellt, etwa ein gemeinschaftlich genutzter Garten, ein Hobbyraum, eine Gemeinschaftsküche oder eine Gästewohnung. Die Genossenschaft ist als kooperative und demokratische Rechtsform optimal für gemeinschaftliche Wohnprojekte geeignet, denn bei der Weiterentwicklung des Hauses können alle aktiv mitgestalten.

Weitere Informationen über gemeinschaftliche Wohnformen

Beispiel einer Senioren-Wohngemeinschaft mit ambulantem Pflegedienst

 

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