Bürger treiben die Energiewende in Europa voran


Am 26. Juni 2013 fand die vom Europäischen Genossenschaftsverband Cooperatives Europe organisierte Konferenz „Big energy: Small energy? The role of cooperation for the EU’s energy transition“ (Große Energie: Kleine Energie? Die Rolle der Genossenschaften bei der Energiewende in Europa) statt. Die Veranstaltung wurde im Rahmen der EU Sustainable Energy Week in Brüssel mit Beteiligung des DGRV durchgeführt.

Im Rahmen der Europäischen Debatte über den Umbau des Energiesystems wurden in der Veranstaltung die Möglichkeiten und Vorteile mit Bürgerenergieprojekten diskutiert. Die Konferenz verdeutlichte, dass durch Energiegenossenschaften die Akzeptanz in der Bevölkerung für Erneuerbare Energien gesteigert und die Wirtschaft in den Regionen unterstützt wird. Etwa 100 Besucher hörten im Gebäude der Europäischen Kommission die Präsentationen von Praktikern genossenschaftlicher Energieprojekte.

So berichtete Erik Christiansen von der Dänischen Windenergiegenossenschaft Middelgrunden, wie die Einwohner von Kopenhagen durch die Beteiligungsmöglichkeit an dem Energieprojekt den Bau eines Windparks in Sichtweite der Stadt akzeptierten und aktiv mitgestalteten. Die Genossenschaft hat mittlerweile 8.600 Mitglieder und 10,2 MW an Windenergieanlagen installiert. Dirk Vansintjan von der Belgischen Genossenschaft Ecopower berichtete, dass die Mitglieder seiner Genossenschaft in den letzten Jahren 46 Prozent ihres Energiekonsums eingespart haben, was vor allem auf die intensive persönliche Beschäftigung der Mitglieder mit dem Thema Energie zurückzuführen sei. Aus Deutschland präsentierten Tanja Gaudian von den Elektrizitätswerken Schönau und Wilfried Ross, Bürgermeister der Gemeinde Saerbeck, ihre Erfahrungen mit Bürgerenergiegenossenschaften. In Saerbeck wurde eine ehemalige militärische Anlage in einen Energiepark mit Solar-, Wind- und Bioenergieanlagen zur Versorgung der Einwohner errichtet. Das Energienetz soll in den nächsten Jahren übernommen werden.

In der anschließenden Diskussion betonte Claude Turmes, MEP, The Greens-EFA: Bei der Energiewende gehe es um Bürger, nicht um Technik. Die Beteiligung von Bürgern in Genossenschaften funktioniere sehr gut. Und dezentrale bürgergetragene Energieanlagen verbessern die Flexibilität und Effizienz des gesamten Energiesystems. Zudem werde die Unterstützung der Bürger benötigt, damit der europäische Gesetzgeber keine Kehrtwende bei der Energiewende einleite.

Klaus Niederländer, Cooperatives Europe, fasste die Veranstaltung zusammen: Die Diskussion habe gezeigt, dass die Bürger in Europa eine treibende Kraft bei der Energiewende seien. Während in Brüssel um den richtigen politisch Weg gerungen werde, beteiligen sich immer mehr und mehr Städte und Regionen Europas aktiv an der Energiewende. Darum müssten die Bürger weiterhin überzeugt werden, sich selbst an dem Ausbau der erneuerbaren Energien zu beteiligen. Die Genossenschaft biete hierfür das ideale Rechtskleid.

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