Geschäftsmodelle

Die mehr als 850 Energiegenossenschaften in Deutschland verfolgen alle ein gemeinsames Ziel: die Umsetzung einer dezentralen Energiewende unter Beteiligung der Menschen vor Ort – mit positiven Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft. Für die Erreichung dieses Ziels bedienen sich die Energiegenossenschaften ganz unterschiedlicher Geschäftsmodelle: von der Stromerzeugung über den Netzbetrieb bis hin zu Themen wie Energieeffizienz oder -vermarktung.

Photovoltaikgenossenschaften

Der größte Teil der Energiegenossenschaften ist aktuell noch im Bereich der Energieproduktion durch Sonnenenergie tätig. Denn die Photovoltaik bietet eine einfache Möglichkeit, dezentral in erneuerbare Energien zu investieren und sie funktioniert – im Gegensatz zu Windkraft und Biogas – fast überall. In Photovoltaik-Genossenschaften kommen Gleichgesinnte zusammen, um – häufig gemein­sam mit kommunalen Entscheidungsträgern, öffentlichen Einrichtungen und regionalen Banken – Sonnenkraftwerksprojekte zu initiieren. Investitionsrisiko und Betreiber-Know-how werden über die Genossenschaft gebündelt. So zum Beispiel im fränkischen Bad Neustadt an der Saale, wo die Friedrich Wilhelm Raiffeisen Energie eG seit 2008 Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien umsetzt. Getreu dem Motto Raiffeisens „Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele“ können sich viele Bürger mit überschaubaren finanziellen Beträgen am Ausbau der regenerativen Energien in ihrer Heimat beteiligen.

Windenergiegenossenschaften

Gemeinsam können Bürger in ihrer Region nicht nur Photovoltaik-, sondern auch Windkraftanlagen realisieren. Ein Beispiel hierfür ist die Energiegenossenschaft Starkenburg eG, die im Odenwald ein Bürger-Windrad realisiert hat. 230 Bürger aus der näheren Umgebung haben in das Windrad investiert. Dadurch wurde die Akzeptanz für das Projekt spürbar gesteigert, denn die Menschen sind viel eher bereit, ein Windrad im eigenen Heimatort zu akzeptieren, wenn sie selbst daran beteiligt sind und nicht ein anonymer Investor profitiert, sondern die Wertschöpfung in der Region bleibt.

Genossenschaftliche Nahwärmenetze

Durch genossenschaftliche Nahwärmenetze werden die angeschlossenen Haushalte kostengünstig mit Energie – zum Beispiel aus einer Biogasanlage – versorgt. In der Nutzung der Abwärme bestehender Biogasanlagen liegt ein enormes Potenzial für die Energiewende. Auch in der schleswig-holsteinischen Gemeinde Honigsee beziehen die Einwohner seit 2007 ihre Heizwärme über ein Nahwärmenetz aus örtlichen Biogasanlagen. Der Impuls für das Nahwärmenetz ging damals von zwei Landwirten aus, die in eine Biogasanlage investiert hatten. Das Biogas wird über zwei Blockheizkraftwerke verstromt, für die dabei anfallende Abwärme gab es jedoch zunächst kein Nutzungskonzept. Das führte zu der Frage, ob man die Wärme nicht zum Beheizen von Wohnhäusern nutzen könnte.

Genossenschaftliche Bioenergiedörfer

Noch einen Schritt weiter als die Nahwärmegenossenschaften gehen genossenschaftliche Bioenergiedörfer, mit denen möglichst die gesamte Wärme- und Stromversorgung des Ortes in Eigenregie auf regenerative Energien umgestellt wird. Dies wird zum Beispiel seit über 10 Jahren erfolgreich in der rheinländischen Gemeinde Lieberhausen, einem Ortsteil von Gummersbach, praktiziert. Heute beziehen 92 der insgesamt 108 Haushalte ihre Wärme über ein Nahwärmenetz aus der örtlichen Holzhackschnitzelanlage, die von den Bürgern gepflegt und gewartet und mit Material aus den heimischen Wäldern versorgt wird.

Genossenschaftliche Energieversorgungsunternehmen

Energiegenossenschaften sind kein neues Phänomen. Seit mehr als 100 Jahren sind in vielen Regionen Deutschlands Genossenschaften als etablierte regionale Energieversorgungsunternehmen tätig. Sie wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Ziel einer flächendeckenden Versorgung mit Elektrizität im ländlichen Raum gegründet. Die Alb-Elektrizitätswerke Geislingen-Steige eG versorgen beispielsweise bereits seit 1910 ihre württembergische Heimatregion mit Strom.

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Beispielen: Broschüre Energiegenossenschaften

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